An Emotionen, Ehrgeiz und Leidenschaft wird es nicht fehlen, wenn der Frauen-Landesligist TV Konzen am Sonntag, 1. März, 15 Uhr, sein FVM-Pokalviertelfinale gegen den FC Eintracht Kornelimünster bestreitet. Auch der Konzener Trainer Thomas Kreutz blickt dem Vergleich gespannt entgegen. Es geht nicht nur gegen einen Ligarivalen, die Partie ist auch die Neuauflage des Aachener Kreispokalfinales, das Konzen verlor. „Und außerdem hat dieses Duell Derbycharakter“, sagt Kreutz. Auch seine Trainerkollegin im wenige Kilometer weiter nördlich gelegenen Kornelimünster, Sabrina Bemmelen, sieht das nicht anders. „Es ist ein Eifel-Derby. Es wird also viel Feuer drin sein“, sagt die 33-Jährige. Im Kreispokal und im Meisterschaftshinspiel setzte sich ihre Mannschaft um die Führungsspielerinnen Anna Schulte und Sarah-Marie Schneider durch. Doch die zurückliegenden Ergebnisse, das macht Bemmelen klar, spielten nach dem Anpfiff keine Rolle mehr. „Die Karten werden neu gemischt“, sagt die Trainerin. Das gilt gewissermaßen auch für sie selbst. Denn mit der Verpflichtung von Torhüterin Nora Sendatzki von Alemannia Aachen kann sich Bemmelen, die bislang selbst zwischen den Pfosten stand, auf ihre Aufgaben als Trainerin konzentrieren. „Das ist auf jeden Fall ein Vorteil, weil ich dann einen anderen Blick auf das Geschehen habe und besser coachen kann“, findet sie.
Für die beiden unweit der belgischen Grenze beheimateten Teams endet mit dem Vergleich das lange Warten auf das erste Pflichtspiel des Jahres. Hinter den Eintracht-Spielerinnen liegen anspruchsvolle Einheiten mit Waldläufen und Übungen mit einem Personal-Trainer. „Jetzt müssen sich die Mädels ins Spiel reinbeißen“, sagt Bemmelen. Lara Regenfuß hat sich abgemeldet, Michele Breuer ist immer noch verletzt, doch alle anderen sind fit.
Große Sorgen hat auch TV-Coach Kreutz nicht. Lediglich Kapitänin Jana Lennartz fällt mit einem Kreuzbandriss weiterhin aus. Ob Torhüterin Magdalena Warbel mitwirken kann oder beruflich eingespannt ist, entscheidet sich kurzfristig. „Doch zur Not steht mit der gelernten Verteidigerin Maria Leister guter Ersatz bereit“, sagt Kreutz. Für frischen Wind in der Offensive soll die Mittelrheinliga-erfahrene Rückkehrerin Gina Jumpers (Alemannia Aachen II) sorgen. Das Spiel ankurbeln wird wie gewohnt Julia Hermanns und die Defensive soll Nikola Nießen organisieren. Ein Sieg, betont Kreutz, könne Kräfte für den Abstiegskampf in der Meisterschaft freisetzen. Daher werde man alles in die Waagschale werfen und mit Zuversicht in das Spiel gehen. „Kornelimünster ist zwar Favorit, aber auch im Erstrundenspiel gegen Allner-Bödingen haben uns nur wenige einen Sieg zugetraut“, sagt der Konzener Trainer. Das Ergebnis ist bekannt: Sein Team warf den Mittelrheinligisten nach einem packenden Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb.
Vorjahresfinalist Grün-Weiß Brauweiler kam ohne Nervenkitzel in das Viertelfinale. Der Mittelrheinligist feierte ein 4:1 beim Bezirksligisten SG Erfthöhen. „Jetzt wartet aber eine Riesenherausforderung auf uns“, sagt die Brauweiler Spielertrainerin Jessica Abels mit Blick auf die Partie gegen den Regionalligisten Alemannia Aachen am Mittwoch, 4. März (20 Uhr). Der Gedanke an das Flutlichtspiel im Brauweiler Abteisportpark an der Donatusstraße löse gewaltige Vorfreude aus, sagt Abels, die wie gewohnt zwischen den Pfosten stehen wird. „Sich mit so einem großen Gegner messen zu dürfen, ist einfach toll“, so Abels. Solche Abende mache eben nur der FVM-Pokal möglich. Und es soll nicht unbedingt der letzte Auftritt auf großer Bühne in dieser Saison sein. „Selbstverständlich sind wir Außenseiter, aber im Pokal ist immer etwas möglich“, betont sie. Aachen setzte sich in der ersten Runde allerdings souverän durch. 3:0 hieß es am Ende der 90 Minuten gegen den Mittelrheinligisten Sportfreunde Uevekoven. Dabei erzielte Toptorjägerin Svenja Streller wie so oft in dieser Saison einen Treffer.
Zu einem Derby kommt es am 8. April, wenn Mittelrheinligist und Titelverteidiger Fortuna Köln um 19.30 Uhr den Regionalligisten Vorwärts Spoho im Jean-Löring-Sportpark an der Straße Am Vorgebirgstor empfängt. Das Duell des Mittelrheinligisten TuS Jüngersdorf-Stütgerloch gegen den Regionalligisten SV Menden auf der Anlage „Am Königsbusch“ in Langerwehe-Jüngersdorf schließt dann am Samstag, 11. April, 15 Uhr, das Viertelfinale ab.
Die Viertelfinal-Spiele
TV Konzen – Eintracht Kornelimünster (So., 1. März, 15 Uhr, Sportpark Konzen, Am Windrad, Monschau)
Ergebnis: 2:0 (2:0),
Grün-Weiß Brauweiler – Alemannia Aachen (Mi., 4. März, 20 Uhr, Abteisportpark, Donatusstraße, Pulheim-Brauweiler)
Ergebnis: 0:3 (0:1),
Fortuna Köln – Vorwärts SpoHo (Mi., 8. April, 19.30 Uhr, Jean-Löring-Sportpark, Am Vorgebirgstor, Köln),
TuS Jüngersdorf-Stütgerloch – SV Menden (Sa., 11. April, 15 Uhr, Anlage „Am Königsbusch“, Langerwehe-Jüngersdorf).
