In der Auftaktrunde des FVM-Pokals feierten die Fußballerinnen des Kölner Regionalligisten Vorwärts SpoHo einen 3:0-Sieg beim Bezirksligisten Rot-Weiß Merl. Das Viertelfinale erreichten auch die Spielerinnen des TV Konzen, doch sie mussten dafür in einem Elfmeter-Krimi bestehen.
Am Ende eines packenden Erstrunden-Duells im FVM-Pokal zwischen dem Landesligisten TV Konzen und dem Mittelrheinligisten SV Allner-Bödingen waren es wenige Zentimeter, die über Sieg und Niederlage, Freude und Frust entschieden. 2:2 hieß es nach 90 Minuten und torloser Verlängerung, als es zum Elfmeterschießen kam. Alle Spielerinnen bewiesen Nervenstärke. Konzens Lisa Drösch verwandelte auch Versuch Nummer sechs für ihre Mannschaft. Nun trat SV-Akteurin Sandra Winterscheidt an, schoss, doch der Ball prallte von der Unterkante der Latte zurück ins Feld. Zum Tor fehlten wenige Zentimeter. Allner-Bödingen war geschlagen. Im Eifelörtchen Konzen, unweit der belgischen Grenze, konnte dagegen eine spontane Party starten. „Die Mädels haben sich das Feiern wirklich verdient“, fand ihr Trainer Thomas Kreutz. Auch sein Pendant auf der SV-Bank bestätigte dies. „Man muss Konzen zugestehen, dass sie nicht unverdient weitergekommen sind“, erklärte Mike Echternach.
Die beiden Trainer hatten in diesem Pokalspiel ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Der favorisierte Mittelrheinligist aus dem Rhein-Sieg-Kreis hatte zwar nicht geglänzt, aber in der ersten halben Stunde die Partie bestimmt - und Kapital daraus geschlagen. Lacona Wickert, beste Torschützin des SV und in der vergangenen Serie noch für die Reserve des 1. FC Köln in der Regionalliga unterwegs, traf zum 1:0 (21.). Christin Walther erhöhte auf 2:0 (31.). Doch der TV zeigte sich keineswegs beeindruckt. Im Gegenteil. Die Konzener Spielerinnen nahmen den Kampf an und kauften dem Favoriten nun ein ums andere Mal den Schneid ab. „Großes Kompliment an meine Mannschaft. Alle haben füreinander gekämpft und alles gegeben“, sagte Kreutz. Nach 77 Minuten belohnte Spielführerin Maike Greuel diese Courage mit dem 1:2. Kurz darauf zirkelte Julia Hermanns einen Freistoß in den Winkel des SV-Tores. „Das 2:2 war ein Traumtor. Der Ball war unhaltbar“, lobte der gegnerische Coach Echternach die Schützin, die in der 90. Minute die Entscheidung auf dem Fuß hatte, als es Handelfmeter gab. Doch Hermanns schoss über das Tor der Gäste. „Danach sind alle Mädels sofort zu ihr gelaufen, um sie zu trösten und wieder aufzubauen“, sagte Kreutz. Dieser Zuspruch zahlte sich aus. Denn kurz danach brach die Verlängerung an. Landesligist Konzen hielt sich schadlos und ausgerechnet Hermanns trat als Erste im anschließenden Elfmeterschießen an. „Ich habe ihr gesagt, sie soll das machen“, sagte Kreutz. Hermanns traf und ebnete so den Weg zum 8:7-Pokal-Triumph.
Für den Regionalligisten Vorwärts SpoHo taten das Theresa Johanna Kömpel (5.) und Jennifer Schlee (44.). Die beiden sorgten im Spiel beim Bezirksligisten Rot-Weiß Merl für eine 2:0-Führung zur Pause. „Eine Überraschung war damit natürlich nahezu ausgeschlossen. Aber wir haben uns vorgenommen, weiterhin gut und mutig zu spielen“, erklärte RW-Coach Rafael Tomasko. Das gelang eindrucksvoll. Schlee legte zwar noch das 3:0 (58.) nach, doch mehr Treffer musste Underdog Merl nicht mehr hinnehmen. „Wir haben sicherlich nicht unsere beste Leistung abgerufen. Allerdings muss man auch sagen, dass wir auf einen lauffreudigen, couragierten Kontrahenten getroffen sind. Kompliment an Merl“, sagte SpoHo-Trainer Ruben Walter. Tatsächlich überzeugten die Gastgeberinnen mit Leidenschaft und Einsatzfreude. „Wir haben heute wirklich alles reingeworfen“, fand Tomasko. Darauf könne man absolut stolz sein.
Zufrieden war auch Sabrina Bemmelen. Die Trainerin des FC Eintracht Kornelimünster freute sich über eine souveräne Leistung gegen den Landesliga-Rivalen VfR Unterbruch. „Wir wussten, dass wir geduldig bleiben mussten, weil Unterbruch sehr defensiv agiert hat“, sagte sie. Anna Schultes Distanzschuss zum 1:0 nach 20 Minuten sei wichtig gewesen und habe die Aufgabe deutlich leichter gemacht. Ein Eigentor (55.) und Lisa Kleinert (74.) sorgten für den 3:0-Endstand. Dass Schulte zwischenzeitlich einen Elfer verschossen hatte, spielte beim Abpfiff keine Rolle mehr. Bemmelen hofft nun auf ein Duell gegen Konzen. „Das wäre ein gutes Los für das Viertelfinale“, sagte sie. Schließlich habe man diesen Rivalen schon im Kreispokalfinale und in der Liga bezwungen.
Die Runde der letzten acht erreichten auch der SV Menden (3:2 bei Union BW Biesfeld), GW Brauweiler (4:1 bei der SG Erfthöhen), der TuS Jüngersdorf-Stütgerloch (5:0 bei den SF Ippendorf), Alemannia Aachen (3:0 bei den SF Uevekoven) und Fortuna Köln (2:1 bei der
SG Oleftal). (Wolfram Kämpf)
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