Der Fußball-Verband Mittelrhein hat im Rahmen der "Fair Play des Jahres"-Aktion die vorbildlichsten Gesten der Spielzeit 2018/19 ausgezeichnet.
Bei einer Feierstunde in Köln verlieh Markus Müller, FVM-Fair-Play-Beauftragter, den ersten fünf Platzierten Pokale, Urkunden und Sachpreise. "Es ist wichtig, dass wir Fair Play-Aktionen auszeichnen, denn Fair Play ist die DNA des Fußballs. Nur wenn wir uns gegenseitig respektieren, kann der Fußball seine Faszination behalten", betonte Müller zu Beginn des Ehrungsabend. Bei der anschließenden Übergabe der Preise unterstützen ihn die Bundesligaschiedsrichter Laura Duske und Sascha Stegemann sowie FVM-Gechäftsführer Dirk Brennecke. Nach der Auszeichnung bot ein gemeinsames Abendessen die Möglichkeit zum intensiven Austausch und zum gemütlichen Ausklang der Ehrung.
Alle Preisträger und ihre Fair-Play-Gesten im Überblick:
Als Sieger des "Fair Play des Jahres" wurde Paul Thenenbach von der Spvg. Wahn-Grengel ausgezeichnet. Der erst Sechsjährige hatte bei einem Jubiläumsturnier der SpVg Porz mit seinem Team das Finale erreicht. Beim Stand von 1:0 für Gegner RSV Urbach erzielte Paul Thenenbach den Ausgleichstreffer. Sofort zeigte er jedoch an, dass der ihm zugespielte Pass ihn am Arm getroffen hatte und somit ein Handspiel vorlag. Das Tor wurde daraufhin aberkannt und die Spvg. Wahn-Grengel verlor das Finalspiel mit 1:0. Paul Thenenbach zeigte damit, dass Fair Play bei ihm Vorrang vor dem Turniersieg hat.
Platz 2 belegt Thomas Schlammer vom FC Düren 77. Bei einem Meisterschaftsspiel in der Kreisliga A gegen den TuS Schmidt entschied Schiedsrichter in der 36. Spielminute nach einem Torschuss von TuS Schmidt auf Abschlag für Düren 77. Der Torwart von Düren 77, Thomas Schlammer, teilte dem Schiedsrichter jedoch mit, dass der Ball durch ein Loch im Tornetz ins Toraus aus gegangenen ist. Der Schiedsrichter korrigierte seine Entscheidung und entschied auf Tor für den TuS Schmidt zum 1:0. Das Spiel endete 4:3 für den TuS Schmidt. Durch seine faire Aktion ist Thomas Schlammer trotz Niederlage zum Sieger geworden.
Als Platz 3 wurde Jonas Neumann vom FSV Neunkirchen-Seelscheid geehrt. Im Spitzenspiel der D-Junioren Sonderliga mussten die SF Troisdorf am vorletzten Spieltag mit drei Toren Vorsprung gewinnen (nach Punktgleichheit zählt der direkte Vergleich), um die Möglichkeit zu wahren, Neunkirchen-Seelscheid den Titel des Kreismeisters am letzten Spieltag noch abzunehmen. Beim Spielstand von 3:1 entschied der Schiedsrichter in der 48. Spielminute nach einem Foul auf Strafstoß für Neunkirchen-Seelscheid, die somit auf 2:3 hätten verkürzen können. Nach Protesten der Troisdorfer und anschließender Befragung des gefoulten Spielers durch den Schiedsrichhter, gab der Spieler, Jonas Neumann, an, dass das Foulspiel außerhalb des Strafraumes stattgefunden hat. Der Schiedsrichter korrigierte daraufhin seine Entscheidung und entschied auf Freistoß. Dieser führte nicht zum Torerfolg, Troisdorf gewann das Spiel mit 4:1 und hatte somit den Meistertitel so gut wie sicher. Jonas Neumann, der an diesem Tag seinen 13. Geburtstag feierte, hat mit seiner Entscheidung echten Sportsgeist bewiesen.
Platz 4 geht an Kristof Zeitz vom FC Roetgen. In einem Meisterschaftsspiel der Kreisliga D zwischen dem FC Roetgen III und dem VfJ Laurensberg III erzielte die Roetgener Mannschaft ein Tor, das zu einer spielentscheidenden 2-Tore Führung für Roetgen geführt hätte. Der Trainer der Roetgener Mannschaft, Kristof Zeitz, teilte dem Schiedsrichter mit, dass das Tor aus einer Abseitsstellung heraus erzielt wurde und dieses nicht gelten dürfe. Daraufhin korrigierte der Schiedsrichter seine Entscheidung und nahm das Tor zurück. Das Spiel endete 2:1. Kristof Zeitz hat mit dieser Aktion den Fair-Play-Gedanken eindrucksvoll bewiesen.
Nino Cornicolario und die Mannschaft des SV Höhe belegen Platz 5. Der Trainer und seine Mannschaft zeigten im Rahmen des Meisterschaftsspiels der Kreisliga C zwischen dem SV Eitorf II und dem SV Höhe ein besonders faires Verhalten. Als Eitorfs Torwart auf dem Boden lag, spielte Eitorf den Ball ins Aus. Nach dem daraus resultierenden Einwurf schoss ein Spieler des SV Höhe den Ball zum inzwischen fertig behandelten Eitorfer Schlussmann zurück. Der Ball flog allerdings so unglücklich auf den Keeper zu, dass dieser das Leder nicht zu fassen bekam und ihm die Kugel aus den Händen ins eigene Tor rutschte. Das Eigentor des Torwarts bedeutete das 1:0 für Höhe. Nach dem darauffolgenden Anstoß wies der Trainer des SV Höhe, Nino Cornicolario, seinen Abwehrspieler an, den Ball ins eigene Tor zu schießen. Verteidiger Lars Meissner setzte dies um und besorgte das 1:1, was gleichzeitig auch der Endstand des Spiels war.
Auch in dieser Saison zeichnet der FVM wieder faires Verhalten aus: Faire Aktionen können per E-Mail gemeldet werden an fairplay(at)fvm.de.
