Die Reaktion seiner Mannschaft auf die Auslosung des Halbfinales im Bitburger-Pokal hat Frank Rombey noch bestens in Erinnerung. „Die Jungs waren begeistert. Alle haben sich unglaublich gefreut, gegen Alemannia Aachen spielen zu dürfen.“ Gut ein Monat ist seitdem vergangen. Rombey, der damals noch Sportdirektor des Mittelrheinligisten war, hat inzwischen die Nachfolge des Trainerduos Bernd Lennartz/Sandro Bergs angetreten und der 1. FC Düren steckt mit dem Kampf um den Klassenerhalt mitten in einer schwierigen Mission. Doch der Zauber des Pokalwettbewerbs und des bevorstehenden Duells mit dem großen Traditionsklub aus der Nachbarschaft ist nicht verflogen. Am Mittwoch, 1. Mai, 15 Uhr, kommt Regionalligist Aachen nun ins Stadion an der Mariaweilerstraße. „Es ist einfach ein Highlight. Nicht nur für die Spieler, die großenteils noch nie ein Pflichtspiel gegen die Alemannia bestritten haben, sondern auch für den gesamten Klub und die Stadt“, sagt Rombey. 3500 Tickets hat der Fusionsverein, der seit Saisonbeginn unter dem Namen 1. FC Düren an den Start geht, bereits verkauft. „Und wir glauben, die 5000-Zuschauer-Marke knacken zu können“, so Rombey. Logistisch sei der Vergleich mit dem Vorjahresfinalisten eine große Aufgabe, betont er. Doch auch sportlich erwartet er eine gewaltige Herausforderung. „Ich bin kein Mann, der zu übertriebenem Understatement neigt, aber gegen Aachen sind wir ohne Wenn und Aber Außenseiter“, erklärt der Dürener Coach.
Sein Pendant auf Aachener Seite will das grundsätzlich gar nicht abstreiten. „Aber in einem Pokalduell kann vieles passieren. Das hat man ja auch im anderen Halbfinale gesehen, als Drittligist Fortuna Köln den Mittelrheinligisten Wegberg erst in der Verlängerung geschlagen hat“, sagt Alemannia-Trainer Fuat Kilic. Er hat jedoch keine Zweifel daran, dass seine Mannschaft die Herausforderung Bitburger-Pokal ein weiteres Mal seriös und fokussiert angeht. Zumal die Cup-Duelle bei kleineren Klubs vor vollen Rängen inzwischen ein gewohntes Genre darstellen. Aachen setzte sich in der ersten Runde vor 1001 Zuschauern beim A-Ligisten Union Rösrath mit 7:0 durch, vor ähnlicher Kulisse ließ das Team ein 3:1 beim Landesligisten SV Schlebusch folgen, ehe vor 1700 Fußballfans auch der Mittelrheinligist Borussia Freialdenhoven mit 3:1 bezwungen wurde. Der Traum vom Pokalsieg in Bonn lebt dank dieser überzeugenden Vorstellungen beim einstigen Erstligisten und Europapokal-Teilnehmer. „Doch für diesen Traum müssen wir hart arbeiten und fest daran glauben“, sagt Kilic, dessen neuformierte Mannschaft sich nach einem mäßigem Start in die Meisterschaft längst im oberen Mittelfeld der Regionalliga West etabliert hat. Mit einem Pokalsieg könnte aus einer guten eine sehr gute Saison werden, das weiß auch der Trainer, der daher Düren mehrfach beobachtet hat, um seine Mannschaft bestens vorbereiten zu können. Personell hat Kilic keine Sorgen. „Voraussichtlich sind alle Mann an Bord“, sagt er. Demnach kann er auch auf Vincent Boesen und Manuel Glowacz zurückgreifen, die beide im laufenden Pokalwettbewerb schon dreimal getroffen haben.
Auf die Dürener Abwehr dürfte also einiges zukommen. „Wenn die beiden angeschlagenen Innenverteidiger Tobias Breuer und Julian Wiersberg spielen können, werden sie zweifellos ordentlich gefordert sein“, sagt auch der Dürener Trainer Rombey. Doch nicht nur das Duo müsse eine besonderen Tag erwischen, meint er: „Wenn wir die Überraschung schaffen wollen, muss alles passen.“ Ganz ausgeschlossen sei so ein Tag aber selbstverständlich auch nicht.
Der Gewinner trifft im Finale des Bitburger-Pokals am Samstag, 25. Mai, im Bonner Sportpark Nord auf Fortuna Köln. Der Drittligist hatte sich im ersten Halbfinale beim Mittelrheinligisten FC Wegeberg-Beeck nach Verlängerung mit 2:0 durchgesetzt. Dieses Endspiel ist Bestandteil des vierten Finaltags der Amateure, bei dem 42 Mannschaften in 21 Endspielen die Gewinner der Landespokale und damit die Teilnehmer am DFB-Pokal ermitteln. Die ARD überträgt alle Partien in einer großen Livekonferenz über den Tag verteilt. Die Landespokal-Konferenz beginnt bereits um 10.30 Uhr mit den ersten vier Endspielen. Die weiteren Begegnungen werden um 14.15 Uhr und 16.15 Uhr angepfiffen. Die Entscheidung über die genaue Verteilung dieser Partien wird Anfang Mai getroffen.
